Bad Neighbourhood

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Bad Neighbourhood

Bad Neighbourhood ist ein Begriff, der im privaten Bereich, ganz ab von Onlineaktivi-
täten bekannt und verbreitet ist. Schlechte Nachbarschaft kann unterschiedlich ausse-
hen: rücksichtslose Parteien im selben Wohnhaus, selbsternannte Aufseher im Ge-
meinschaftsgarten oder sogar Wohnungen in kriminellen Vierteln.

Doch nicht nur in diesen Lebensbereichen kommt Bad Neighbourhood auf: auch im
Onlinemarketing ist ebendiese ein wichtiges Themengebiet, mit dem sich dringend
auseinandergesetzt werden sollte, um einen erfolgreichen Internetauftritt zu vollzie-
hen.

Definition: Bad Neighbourhood

„Bad Neighbourhood“ ist ein Begriff innerhalb des Onlinemarketings, der aus dem Eng-
lischen stammt. Übersetzt handelt es sich hierbei etwa um „schlechte Nachbarschaft.“
Die schlechte Nachbarschaft zentriert dabei eine Website und die Websites, die sich
im unmittelbaren Umfeld befinden.

Suchmaschinen wie Google erkennen, wenn eine Domain mit unseriösen Webberei-
chen zusammenhängt. In anderen Worten: Google erkennt die Bad Neighbourhood.
Sind Webseiten unseriös, weil sie etwa Spam, Scam, Cloaking oder Keyword-Stuffing
betreiben, straft die Suchmaschine diese im schlimmsten Fall mit einem Ranking von 0 ab.

Spezifischer bedeutet diese Bestrafung:

Verstoßen Webseiten gegen die Richtlinien von Providern oder Web-Hosts, werden sie
von Suchmaschinen bei entsprechenden Suchanfragen nicht mehr oder nur weit unten angezeigt.

Nun kann der Fall eintreten, dass aber nicht nur die Seite selbst diese Techniken der
Bestrafung erfährt, sondern auch die Domains abgestraft werden, die mit ebendieser
in Verbindung stehen. Die abgestrafte Internetpräsenz wird folglich zur Bad Neighbourhood.

Wie Suchmaschinen diesen Zusammenhang erkennen, wird in folgenden Kapiteln über
das Backlink-Profil wie auch Cloaking und Keyword-Stuffing erläutert.

Beispiel

Bleiben wir in der angedachten Metaphorik, könnte sich ein qualitativ hochwertiges
Restaurant vorgestellt werden. Ein solches Sterne-Restaurant wird weniger Erfolg haben, wenn es sich in einem Bezirk inmitten von gefährlichen, unseriösen oder sogar
kriminellen Etablissements befindet – also in schlechter Nachbarschaft. Die Erfolgs-
wahrscheinlichkeit wird wesentlich höher, wenn die direkte Neighbourhood ebenfalls starke Qualität vorweisen kann.

Dieses Prinzip lässt sich auf Webseiten übertragen.

Backlink-Profil

Das Backlink-Profil ist der Dreh- und Angelpunkt, um diese Nachbarschaften zu erken-
nen. Backlinks sind Verlinkungen von einer Seite zu einer anderen und zählen zu den
wichtigsten Faktoren und Techniken innerhalb von SEO.

Diese Verlinkungen funktionieren wie Empfehlungsschreiben: Je mehr seriöse Web-
sites auf meinen eigenen Webbereich verlinken, desto mehr Empfehlungen kann ich
vorweisen. Google erkennt das und rankt meine Domain in den Suchergebnissen
(SERPs) höher.

Dieser Fall liegt aber nicht vor, wenn es sich bei den verlinkenden Bereichen um Bad
Neighbourhood handelt, die vorgegebene Richtlinien nicht einhält. Befindet sich die
eigene Webseite in einer schlechten Nachbarschaft, kann es passieren, dass diese
ebenfalls eine Bestrafung erfährt und im Ranking sinkt.

Schlimmer ist dieser Fall dann, wenn nicht einfach Backlinks von der schlechten Seite
auf die eigenen Webseiten führen, sondern auf der eigenen Domain Backlinks auf eine
unseriöse Internetpräsenz verweisen. Auf diese Weise wird gegen Richtlinien versto-
ßen, eine Empfehlung für die „Bad Neighbourhood“ ausgesprochen und folglich eine
Abstrafung riskiert.

Warum erhalten Seiten eine Bestrafung?

Die Gründe für diese Bestrafung sind recht unterschiedlich, finden sich im Grunde aber
immer im Verstoß gegen die Richtlinien. Sie belaufen sich etwa auf Spam, Cloaking
oder Keyword-Stuffing.

Cloaking

Cloaking gehört zu den Techniken, die das eigene Ranking durch dubiose und meist
verbotene Mittel aufbessern sollen. Hier geht es darum, dass Suchmaschinen, die die
Website crawlen und indexieren, andere Inhalte angezeigt werden als regulären Besu-
chenden.

Beispielsweise kann Medien-Content etwa Google als Textdatei angezeigt werden,
während sie Usern als Bild oder Video erscheinen. Texte können beim Crawling besser
aufgegriffen werden und führen damit gegebenenfalls eher zu einem höheren Platz in
den Suchergebnissen. Die Suchmaschine wird durch die Techniken gewissermaßen
ausgetrickst.

Erkennt diese die Missachtung der Richtlinien aber, wird die Seite eventuell aus dem
Index gestrichen und gilt als Bad Neighbourhood.

Keyword-Stuffing

Keyword-Stuffing beschreibt einen Vorgang, bei dem bestimmte Keywords, also
Schlagwörter, überproportional oft verwendet werden – etwa in Meta-Informationen
oder Links –, um die eigene Platzierung in den SERPs aufzuwerten. Übersetzt bedeutet
dieser Vorgang in etwa „Keyword Füllung“ oder „Stopfung.“

Erkennen Suchmaschinen dieses Vergehen, kann auch diese entsprechende Seite als
schlechte Nachbarschaft verstanden werden.

Der Bad Neighbourhood entkommen

An dieser Stelle ist bereits bekannt, dass Bad Neighbourhood sowohl besteht, wenn
das eigene Backlink-Profil auf unseriöse Webauftritte verweist, wie auch dann, wenn
diese abgestraften Webseiten auf die eigene Website verweisen.

Handelt es sich um eigene Verlinkungen, können diese schlicht im Backend entfernt
werden. Handelt es sich hingegen um den umgekehrten Weg, sollten zunächst die Be-
treibenden des anderen Webbereichs kontaktiert werden, um zur Löschung aufzufordern.

Bleibt dieser Versuch erfolglos, empfiehlt es sich, bei Google eine sogenannte
Reconsideration Request zu beantragen. Hierbei wird eine manuelle Seitenüberprü-
fung vorgenommen, um der eventuellen Bestrafung durch die Bad Neighbourhood zu engehen.

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Bekim

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