study + dying = studying? Warum diese Rechnung nicht aufgeht

Ronald Wendel study + dying = studying?

Ronald Wendel – HR-Experte, Berater und Coach – WiesbadenDie Klausurenphase ist zermürbend, manchmal hat man drei Klausuren in einer Woche. Trotzdem ist studieren in Deutschland ein Privileg. Dieser Artikel ist für Dich, wenn Du unsicher bist, ob ein Studium das Richtige für Dich ist oder Du gerade fröhlich prokrastinierst und dringend neue Motivation gebrauchen kannst. 

Ganz egal, ob Du studierst, studiert hast, noch studieren wirst, als Erasmus-Student/in herkommen möchtest oder gar nichts mit dem Hochschulleben am Hut hast – mich interessiert, was Du mit dem Studentenleben verbindest.

Stereotype Studierende, also quasi Student und Studentin Mustermann haben kein Geld, sind ständig betrunken und erfreuen sich an viel Freizeit, nicht wahr? Aber eigentlich wissen wir ja, dass nicht alle Menschen gleich funktionieren. Dennoch ist es richtig, dass Studierende ihre Zeit recht flexibel  einteilen können, doch je nach Studiengang und Hochschulform ergeben sich Unterschiede.

Während der Weg zum medizinischen Staatsexamen mit deutlich mehr Verantwortung und somit sicherlich auch mehr Anwesenheitspflichten verbunden ist, gibt es in wirtschaftlichen oder pädagogischen Studiengängen mit angestrebtem Bachelor- oder Masterabschluss deutlich weniger Anwesenheitslisten.

Doch wie kann das sein? Werfen wir an dieser Stelle einen Blick in das Hochschulrahmengesetz, so finden wir dort §4: Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Forschung, Lehre und Studium. Eine Anwesenheitspflicht ist nur in begründeten Ausnahmen erlaubt.

Geld und Kartoffel sind in Balance auf  einer selbstgebauten Waage, welche aus Taschenrechner und Esslöffel besteht.

Stundenplan frei wählen?


Weiterhin steht im Hochschulrahmengesetz, dass Studierende das Recht darauf haben, individuelle Schwerpunkte zu legen. Dieser Punkt führt oft zu Missverständnissen.   Fachhochschulen geben meist eine gewisse Struktur vor, was die Stundenpläne eher eingeschränkt individualisierbar macht.

Studierende an Universitäten müssen oftmals mehr planen und dabei nichts selten darum bangen, keinen Platz mehr zu erhalten. Doch keine Panik, meist werden bestimmte Gruppen bevorzugt, sodass auch höhere Semester pünktlich ihren Abschluss machen können.
Weitere Unterschied zwischen den Hochschulformen sind die Gruppengröße, der Forschungsschwerpunkt und die Intensität der Betreuung. Was jedoch gleich ist, sind die Kosten. Im Gegensatz zu anderen Ländern wie England oder Amerika gibt es in Deutschland keine Studiengebühren für das Erststudium mehr.

Man zahlt lediglich einen halbjährigen Semesterbeitrag, in dem Verwaltungsgebühren und das Ticket für Bus und Bahn enthalten ist.  Dieser Beitrag kann je nach Bundesland von Hochschule zu Hochschule variieren. Während in NRW Kosten um die 300 EUR anfallen, bezahlen Studierende in Rheinland-Pfalz nur 180 EUR.

 

 Also doch Armut und Freizeit?

 

Auch, wenn in den Semesterbeiträgen das Ticket enthalten ist, bleibt oftmals nicht viel Geld übrig. Viele Studierende gehen nebenbei arbeiten, da man jedoch während des Studiums selten eine 9-to-5-Woche hat, ist das vertretbar.  

Ein junger Mann schreibt in ein kleines Buch, er lernt.

Miete, Lebensunterhalt und Ausgehen sind gerade in den Großstädten sehr teuer. Somit kann man finanzielle Unterstützung (z.B. Bafög beantragen). Auch das klingt mühsam und anstrengend. Ist es also wahr? Study + Dying = Studying? Ganz so einfach ist es nicht, zum Glück.

Deutschland bietet eine unfassbare Menge an Studienrichtungen an. Hast Du beispielsweise schon einmal etwas von Angewandten Freizeitwissenschaften gehört? Das kannst Du in Bremen studieren.  

 Weiterhin ist die deutsche Hochschullandschaft international vernetzt und durch Unterstützungs-angebote wie Erasmus steht Dir die Welt offen.

 

Deutsche Abschlüsse

 

Wenn es Dir in irgendeinem Land so gut gefällt, dass Du dortbleiben willst, musst Du Dich zumindest nicht in erster Linie um deinen Job sorgen. Deutsche Hochschulabschlüsse sind weltweit anerkannt. Und mal ehrlich: Im Gegensatz zu anderen Ländern jammern wir auch sonst gerne mal auf hohem Niveau. Ein Bachelorstudium in den USA kostet im Jahr beispielsweise 12 bis 18.000 Dollar!

Doch nicht nur im Vergleich zu den USA haben wir es hier einfacher. Anders als in anderen Ländern ist hier ein Studium überhaupt möglich, denn es gibt keine Diktatur, keine Kriege oder Unruhen. Dank des  Grundgesetzes darf hier niemand  wegen Herkunft, sexueller Orientierung, Geschlecht oder Religion benachteiligt werden. Gerade im Hinblick auf die Gleichstellung von Mann und Frau ist Deutschland im Vergleich zu einigen anderen Ländern auf einem guten Weg. Das ist (leider) nicht überall so selbstverständlich.

Was bleibt also zu sagen? Studieren in Deutschland ist ein Privileg. Es ist eine freiwillige Weiter- bzw. Ausbildung, die sehr frei gestaltet werden kann, aber auch Durchhaltevermögen, Organisationstalent und Fleiß erfordert. Doch das trifft auch auf eine Ausbildung zu. Doch das Wichtigste sind nicht die Unterschiede, Vor- oder Nachteile.

 

Das Wichtigste sind die folgenden Fragen: 

  • Wofür brennst Du? 
  • Was willst DU erreichen?
  • Und wie kommst Du dort hin?

 

Wähle ein Studium nicht aus falschen Beweggründen. Eine fehlende Anwesenheit ist angenehm, Du solltest aber niemals vergessen, dass Du diesen Weg für DICH gehst. Für DEINE Ziele. Und nicht vergessen: Anwesenheit erleichtert Dir nicht nur Die Klausuren, sondern Du festigst auch deine Kontakte und lernst für deine konkrete berufliche Zukunft.

 

Du fühlst Dich gefangen im Studiengangs-Dschungel? Du weißt immer noch nicht, ob studieren zu Dir passt oder hast andere Fragen, die das Hochschulleben betreffen?

Gerne kannst Du Dich unverbindlich bei mir melden. Geemeinsam befreien wir Dich von den Schlingpflanzen, ganz egal ob diese sich in Form von Zweifeln, Lernschwierigkeiten oder Überforderung um Dich ranken.

Weiterführende Quellen:


Das Hochschulrahmengesetz

https://www.gesetze-im-internet.de/hrg/
 

Studycheck

https://www.studycheck.de/studium
Ronald Wendel

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